Parodie auf Goethes Erlkönig - Der erste Kuss

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Parodie auf Goethes Erlkönig

Ergänzungen

Parodie auf Goethes Erlkönig

08. Nov. 2015:
Eine neue Parodie auf Goethes "Der Erlkönig"

Fast jedem ist bekannt die Geschicht
Vom Erlkönig, also Goethes Gedicht.
So reitet der Vater mit seinem Kind
Nach Hause durch Nacht und Wind.
Beide ergreift die Angst in ihrer Not
Am Schluss sind sie zu haus, nur das Kind ist tot.


Dies hier nun ist die neueste Version
Auch hier gibt’s wieder Vater und Sohn.
Der Sohn, er fährt auf der Datenautobahn,
er fährt immer durch und hält niemals an.


Der Vater ruft, „Sohn, mach mal aus,
komm zum Essen, du bist doch zu Haus."
Den Sohn kümmert‘s nicht, ihm ist’s einerlei,
Er fühlt sich beim PC-Spiel ja so frei.


Sohn, leg dich schlafen und ruh dich aus!
Morgen ist Schul, du musst dann außer Haus.
Dem Sohn ist’s egal, er macht weiter sein Spiel
Die ganze Nacht gibt’s Punkte, und davon gar viel.


„Mein Sohn mein Sohn, du bist ja schon auf?"
„Nein, Vater, ich fuhr weiter, ich gab noch nicht auf!"
„Trink deine Milch und hol die Schulhefte aus dem Schrank!"
„Nein Vater, ich bleib zu Haus, ich bin nämlich krank"


Der Vater geht zur Arbeit, der Sohn bleibt zu Haus.
Der Sohn bleibt sitzen und fährt weiter gerade aus.
Nicht gegessen, nicht geschlafen seit langer Zeit
Und es ist niemand da, der den Sohn vom PC befreit.


Schelte und Erziehung, nichts hilft mehr,
der Sohn bleibt weiter sitzen, es stinkt schon hinter ihm her
Der Strom wird abgestellt, dunkel wird das Licht.
Der Akku funktioniert noch, alles andere braucht der Junge nicht.


Weder Ärzte, Psychiater oder Pfarrer haben Glück
Der Junge rückt vom PC kein Stück.
Zittrig und abgemagert sitzt er da
Die Augen schon viereckig – und übrigens: Wo eigentlich ist Mama?


Der Gedanke geht ihm gerade durch den Kopf
Wenn sie da wär, gäb‘ es jetzt aber richtig Zoff
Nun, die Eltern haben sich getrennt vor Jahren
Erziehung gehörte ab da zum Sparen.


So sieht man, was aus dem Sprössling geworden
Er gehört nun zu diesen Sorten,
deren Sozialhilfe nicht reicht zu ihrer Not,
und für die Gesellschaft sind sie außerdem auch gleich tot.



In Anlehnung an Goethes "Der Erlkönig"
und mit dem Hintergrund der derzeitigen Situation der Kids
in ihrem jeweils eigenen Reich.

 
 
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